Inhalt: Gewässerkunde
Aufgabe der Gewässerkunde in der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung ist die Erfassung, die Auswertung sowie die Bereitstellung von Daten über das Gewässer und deren Wasserführung, soweit diese für die Schifffahrt Bedeutung haben oder für Bau-, Betrieb- und Unterhaltungsmaßnahmen an der Bundeswasserstraße von Bedeutung sind.
Im WSA Magdeburg werden Wasserstände an 26 gewässerkundlichen Pegeln kontinuierlich elektronisch erfasst, plausibilisiert und statistisch ausgewertet. Die Wasserstände dienen u.a.der Schifffahrt zur täglichen Ermittlung der Fahrrinnentiefe in einem bestimmten Wasserstraßenabschnitt. Aktuelle Wasserstände und Fahrrinnentiefen finden sie unter: http://www.pegelonline.wsv.de/ und http://www.elwis.de/. Weiterhin ist es möglich, einige Wasserstände über Messwertansager einzuholen.
In der Gewässerkunde wird arbeitstäglich die Wasserstandsvorhersage erstellt. Das Vorhersagegebiet umfasst die Elbe von der tschechischen Grenze bis derzeitig Boizenburg, die Saale und die Havelmündung. Beim Eintreten eines Hochwassers wird die Wasserstandsvorhersage dann gemeinsam mit dem Landesbetrieb für Hochwasserschutz- und Wasserwirtschaft Sachsen Anhalt als Hochwasservorhersage betrieben.
Zur Lösung vieler wasserwirtschaftlicher Aufgaben sind außerdem Kenntnisse über das Abflussgeschehen erforderlich. Eine wichtige Grundlage sind hierfür Abflussmessungen. Sie erfolgen im Allgemeinen in ausgewählten Gewässerquerschnitten in Verbindung mit Messungen des Wasserstandes am Pegel. Im WSA Magdeburg werden an 10 festen Messstellen diese Abflussmessungen durchgeführt. Die gebräuchlisten Verfahren zur Abflussmessung in Fließgewässern sind Flügelmessungen und ADCP-Messungen. Für diese Aufgaben steht uns unser gewässerkundliches Messschiff „Elbegrund“ zur Verfügung.

Eine weitere Aufgabe der Gewässerkunde sind die Geschiebe- und Schwebstoffmessungen.
Sie bilden
die Grundlage für die Ermittlung von Feststofftransport, Frachtbilanz und weiterer Parameter zur Einschätzung und Beurteilung des Transportregimes. Sie ermöglichen u.a. Aussagen zum Geschiebetransport und zur Stabilität der Flusssohle. Der Schwebstofftransport im Bereich des WSA Magdeburgs wird an 6 Dauermessstellen und 9 Querprofil – Messstellen ermittelt. Der Geschiebetransport wird an 9 Messstellen bestimmt.
Um Aussagen über einen Wasserspiegel bei einem bestimmten Abfluss (z.B. Niedrigwasser, Mittelwasser und Hochwasser) an jedem beliebigen Querschnitt eines Fließgewässers
zu treffen, sind Wasserspiegelfixierungen erforderlich. Anhand von Wasserspiegellagen können u.a. Veränderungen an der Sohle erkannt werden.Sie dienen aber auch der Eichung von Modellen, die z.B. zur Ermittlung von Wasserstandsvorhersagen benötigt werden.
In den Wintermonaten, ist es wichtig, den Zustand des Gewässers zu kennen. Daher werden die Gewässer regelmäßig beobachtet. Sobald Eisbildung einsetzt, wird der Eismeldedienst eröffnet. Er dient der rechtzeitigen Warnung vor Gefahren und ist Grundlage für Maßnahmen zur Eisbekämpfung und Sicherung von baulichen Anlagen, sowie für Maßnahmen zur Ordnung des Schiffsverkehrs.

Wasserbewirtschaftung
Ziel der Wasserbewirtschaftung ist es, die Sicherheit und Leichtigkeit des Schiffverkehrs zu gewährleisten.
Die erhöhten Ansprüche an das Kanalnetz und an die Ressource Wasser sowie steigende Energiekosten und das allgemein gewachsene Umweltbewusstsein zwingen dazu, den Wasserverbrauch für den Betrieb der Kanäle MLK-Ost und EHK auf das unumgänglich notwendige Maß zu beschränken und mit den verfügbaren Geldmitteln eine optimale Wasserbewirtschaftung zu erreichen. In Verfolgung dieses Zieles wird in Rothensee eine Betriebszentrale für die zentrale Wasserbewirtschaftung eingerichtet. Das Bewirtschaftungsgebiet umfasst:
- den ca. 139 km langen Abschnitt des Mittelandkanals Osthaltung (MLK-Ost) und des Elbe Havel Kanals (EHK) zwischen der Schleuse Sülfeld (UW) (Schleuse und Pumpwerk im Zuständigkeitsbereich der BZ Minden) und der Mündung des EHK bei km 379 in den großen Wendsee sowie
- den ca. 46 km langen Elbabschnitt zwischen Magdeburg - Buckau und Parey. Außerdem gehören:
- der Rothenseer Verbindungskanal (RVK) als Verbindung MLK-Ost mit der Elbe und die Zufahrt zu den Magdeburger Häfen,
- der Niegripper Verbindungskanal (NVK) als Verbindung des EHK mit der Elbe und
- der Pareyer Verbindungskanal (PVK) als Verbindung des EHK mit der Elbe dazu.

Bewirtschaftungsbereich – Wasserstraßenkreuz Magdeburg

Die Aufgaben der Gewässerkunde und Wasserbewirtschaftung werden unter Mitwirkung der Außenbereiche wahrgenommen.
Der Wasserstand (W) gibt die Höhenlage des Wasserspiegels in cm über einem festen Bezugshorizont (Pegelnull) zu einem bestimmten Zeitpunkt an.
Der Wasserstand ist damit nicht zu verwechseln mit der Wassertiefe des Gewässers bzw. mit der der Schifffahrt garantierten Fahrrinnentiefe eines bestimmten Wasserstraßenabschnittes.